Häftlinge in der JVA Heidering gehen online

Ohne das Internet läuft gar nichts mehr. Auch nicht im Gefängnis. Deshalb sollen nach dem Willen von Berlins Justizsenator Behrendt (Grüne) langfristig alle Gefangenen der Hauptstadt mit Tablets und begrenztem Internetzugang ausgerüstet werden.
Die rund 4.000 Gefangenen in Berliner Gefängnissen sollen nach dem Willen von Berlins Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) langfristig mit Tablets und begrenztem […]

Testphase mit 35 TeilnehmernOhne das Internet läuft gar nichts mehr. Auch nicht im Gefängnis. Deshalb sollen nach dem Willen von Berlins Justizsenator Behrendt (Grüne) langfristig alle Gefangenen der Hauptstadt mit Tablets und begrenztem Internetzugang ausgerüstet werden.

Die rund 4.000 Gefangenen in Berliner Gefängnissen sollen nach dem Willen von Berlins Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) langfristig mit Tablets und begrenztem Internetzugang ausstattet werden. Das ist das Ergebnis eines Pilotversuchs. Seit Juni können rund 70 Gefangene der Justizvollzugsanstalt (JVA) Heidering Tablets mit einem auf bestimmte Internetseiten begrenzten Zugang auch in ihrer Zelle nutzen.

Pressesprecher Sebastian Brux sagte rbb|24 am Donnerstag, zunächst solle der Test in der JVA Heidering ausgeweitet werden, anschließend prüfe eine Arbeitsgruppe, welche anderen Justizvollzugsanstalten folgen könnten. Das alles sei eine langfristige Angelegenheit, betonte Brux, allein aus technischen Gründen: “Gefängnismauern sind bekanntlich sehr dick und machen den WLAN-Empfang sehr schwer.”

In Zukunft werde das Internet aber für Gefangene eine ähnliche Selbstverständlichkeit werden wie Fernseher und Telefone heute.

Tablets sollen Gefangenen helfen

“Die Vorbereitung auf ein Leben nach der Haft ist ohne einen Internetzugang kaum mehr möglich”, sagte Behrendt am Donnerstag in der JVA Heidering, das nahe der Stadtgrenze im brandenburgischen Großbeeren (Teltow-Fläming) liegt. So müssten sich Gefangene etwa um Wohnung und Arbeit kümmern und sich mit vielen Behörden auseinandersetzen. Auch Sprachunterricht über das Internet sei wichtig, da viele Gefangene kein Deutsch sprächen.

Die schon jetzt mit Tablets ausgestatteten Häftlinge können ihrer Familie, Freunden und Behörden auch E-Mails schreiben. Ausgenommen davon sind nur verschiedene Polizei- und Justizbehörden. Auch Anhänge dürfen nicht verschickt werden, weil sonst möglicherweise auch Bilder oder Tonaufnahmen aus der Anstalt verschickt werden könnten.

Auch die Polizisten werden ausgerüstet

Aber nicht nur die Gefangenen, auch die Berliner Polizisten werden besser und moderner ausgestattet. Künftig gehören auch für die Gesetzeshüter Smartphones und Tablets zur Ausstattung. So sollen die Polizisten etwa Verkehrsunfälle direkt auf den Tablets aufnehmen können, die Abfrage von Daten zu Personen oder Autokennzeichen soll ebenso möglich sein. Doppelarbeit könne so vermieden und viel Zeit gespart werden, hieß es aus der Senatsinnenverwaltung.

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